Die 9 besten Recruiting Maßnahmen

Recruiting, oder auch Personalbeschaffung, bezeichnet die Suche nach einer Person, die bestmöglich für eine ausgeschriebene Stelle geeignet ist. Der HR-Bereich eines Unternehmens befasst sich mit der Aufgabe, offene Stellen so schnell und effizient wie möglich zu besetzen. In der Vergangenheit erfolgte dies offline, beispielsweise über Stellenanzeigen in Zeitungen. Heute jedoch findet Recruiting zum größten Teil in der digitalen Welt statt. Hierbei wird von E-Recruiting oder auch von Social Recruiting gesprochen. Letzteres stellt sogar zum Teil einen eigenen Bereich dar.

Personalbeschaffung kann sowohl intern als auch extern stattfinden. Bei interner Personalbeschaffung wird eine offene Stelle mit einer Person besetzt, die bereits für das Unternehmen tätig ist. Bei externem Recruiting werden Bewerbende außerhalb des Unternehmens gesucht.

Mittlerweile können viele Maßnahmen auf dem Markt gefunden werden, um Personal zu beschaffen. Wir wollen Ihnen in diesem Beitrag zeigen, welche Maßnahmen im Recruiting existieren und welche Vor- und Nachteile die einzelnen Maßnahmen mit sich bringen.

#1 Stellenportale im Internet

Das Internet verfügt über eine Vielzahl von Stellenportalen. Sowohl große, allgemeine Portale wie StepStone, Indeed und Co. als auch branchenspezifische Portale wie IT Steps für IT-Recruiting. Solche Stellenportale funktionieren in der Regel und haben eine sehr große Reichweite, es kann also davon ausgegangen werden, dass möglichst viele Bewerber:innen erreicht werden. Zudem sind solche Portale meist selbsterklärend und somit einfach in der Anwendung.

Jedoch ist diese Maßnahme des Recruitings nicht ganz frei von Nachteilen. Zum einen sind die Kosten für das Schalten einer Anzeige nicht ganz gering, zum anderen erreichen diese Maßnahmen nur die aktiv suchenden Bewerber:innen. Den großen Pool der passiven Kandidat:innen wird hier nicht erreicht.
Alternativen zu StepStone und Co. haben wir in einem frühreren Beitrag bereits beleuchtet.

#2 Employer Branding

Employer Branding bezeichnet alle Maßnamen, die die Funktion haben, die Arbeitgebermarke eines Unternehmens für neue Mitarbeiter:innen und Jobsuchende so attraktiv wie möglich zu gestalten. Dabei wir insbesondere die Firmenphilosophie sowie die Alleinstellungsmerkmale (USP) eines Unternehmens kommuniziert. Eine Maßnahme, um das Employer Branding zu verbessern und die Arbeitgebermarke aufzubauen attraktiver zu gestalten ist das Angebot, die Arbeit als Angestellte:r im Home Office erledigen zu können.

Um ein Unternehmen als interessanten Arbeitgeber zu positionieren gibt es viele Maßnahmen. Wer mehr Interesse an dem Thema hat, findet in unserem Beitrag Employer Branding Prozess mehr Infos.

#3 Jobmessen

Eine besonders traditionelle Recruiting Maßnahme ist die Job- beziehungsweise Karrieremesse. Personalverantwortliche sind häufig auf diesen Messen vertreten und treten dort mit möglichst vielen potentiellen Kandidat:innen in Kontakt. Besteht die Zielgruppe aus Hochschulabsolvent:innen, führen Recruiter:innen Informationsveranstaltungen für die jeweiligen Fachbereiche durch.

Im Zuge der Pandemie gestaltet sich diese Maßnahme zwar als schwieriger, jedoch kann durch die Fortgeschrittene Digitalisierung auch in diesem Bereich auf digitale Möglichkeiten, dem Internet, zurückgegriffen werden. Hier wird dann von virtuellen Karrieremessen gesprochen.

#4 Active Sourcing

Active Sourcing beschreibt eine aktive Methode der Personalbeschaffung. Als Personalverantwortliche:r wird nicht auf die Schaltung von Anzeigen oder Werbung auf Stellenportalen zurückgegriffen, sondern kontaktiert passende Kandidat:innen direkt über die sozialen Medien wie Xing, LinkedIn oder auch Facebook/Instagram. Nach einer kurzen Auswertung des Profils wird die Person über die Nachrichtenfunktion des jeweiligen Kanals kontaktiert.

Als Recruiter:in ist es zudem wichtig, hierbei geschickt vorzugehen. Selten ist man das einzige Unternehmen, welches die Person kontaktiert hat, die meisten Kandidat:innen sind bereits fest angestellt und oft nicht interessiert an einem Wechsel. Als Recruiter:in muss sich deshalb insbesondere Zeit für eine persönliche Ansprache der Kandidat:innen genommen werden, um nicht als nervige Spam-Email wahrgenommen zu werden.

#5 Personalvermittler / Zeitarbeitsfirmen

Insbesondere größere Unternehmen nutzen Zeitarbeitsfirmen, um kurzfristig Personalengpässe zu lösen.

Muss also für einen kurzen, vorübergehenden Engpass Personal überbrückt werden, ist eine Zeitarbeitsfirma eine mögliche Recruiting Maßnahme.

Größter Vorteil an dieser Zusammenarbeit ist, dass der/die bereits vorausgewählte und auf die Stellenausschreibung passende Mitarbeiter:in geschickt wird, dieses jedoch keinen zusätzlichen, bürokratischen Aufwand bedeutet. Arbeitsverträge der “geliehenen” Mitarbeitenden sind nämlich nicht Aufgabe des “Entleiher”-Unternehmens, sonder von der Zeitarbeitsfirma. Diese Maßnahme spart Zeit und Geld und hilft insbesondere bei akutem Personalmangel.

#6 Social Recruiting

Social Recruiting befasst sich mit der Nutzung der Reichweite mittels Kommunikationsmöglichkeiten der Social Media Plattformen für die Rekrutierung von passendem Personal. Dies hat den großen Vorteil, dass mithilfe von passenden Werbeanzeigen nicht nur die aktiv suchenden Bewerber:innen angesprochen werden, sondern auch die passiven Kandidat:innen, die sich derzeit noch in einer Festanstellung befinden. Vor allem in Branchen, in denen ein Fachkräftemangel herrscht, wie beispielsweise beim Recruiting in der Pflege, kann Social Recruiting wahre Wunder bewirken.

Mithilfe einer optimalen Strategie kann dafür gesorgt werden, dass potentielle Bewerber:innen Unternehmen als attraktive Arbeitgebermarke wahrnehmen und dadurch zu einem Wechsel bewegt werden können. Die Kandidat:innen haben zudem die bequeme Möglichkeit, sich per Smartphone direkt zu bewerben und nicht einen Lebenslauf oder ein Anschreiben hochladen zu müssen.

Social Recruiting lässt sich besonders gut outsourcen, indem Social Recruiting Agentur engagiert wird, die sich speziell auf dieses Thema spezialisiert hat und effizient die Werbeanzeigen in den sozialen Medien schaltet.

#7 Talentpool

Um neue Talente zu rekrutieren bietet es sich an, einen Talentpool anzulegen. Dieser ist eine Art Datenbank, welche mit den wichtigsten Informationen über mögliche Kandidaten gefüllt wird. Personen, die dort gespeichert werden, stammen aus den Social Media Kampagnen, aus Praktikant:innen, bereits abgelehnte Bewerber:innen oder Generierungen aus anderen Quellen.

Sollte eine Stelle im Unternehmen zu besetzen sein, ruft der/die Recruiter:in den Talentpool auf. Sollte eine Person für die Stelle passend sein, kann diese direkt kontaktiert werden. Talentpools sind eine günstige und insbesondere gern genutzte Möglichkeit, um schnell passende Bewerber:innen zu finden. Mithilfe spezieller HR-Software kann sogar mittels automatisierten Matchings jede Person angezeigt werden, die die Stellenanforderungen erfüllt.

#8 Unternehmenswebseite / Karriereseite

Die eigene Webseite ist das Aushängeschuld eines Unternehmens in der digitalen Welt. Sie ist die Anlaufstelle für potentielle Interessenten und sollte daher stets aktuell und interessant gestaltet werden. Auch eine eigene Karriererubrik sollte auf jeder professionellen Website implementiert werden. Auf dieser können Fotos vom Team, Alleinstellungsmerkmale des Unternehmens und Benefits für neue Mitarbeiter präsentiert werden. Genauso sollten dort auch immer die aktuellen Stellenausschreibungen und Möglichkeiten zur Bewerbung zu finden sein.

Wichtig: Die Website muss für mobile Geräte optimiert sein. Heutzutage wird das Smartphone oder Tablet von einem Großteil der Bewerber:innen für die Jobsuche bevorzugt.

#9 Internes Recruiting

Warum nur externe Kandidat:innen in betracht ziehen? Internes Recruiting wird oft sehr vernachlässigt. Zwar hinterlässt die Person eine Lücke, die wiederum geschlossen werden muss, dennoch bringt diese Maßnahme viele positive Aspekte mit sich.

Zum einen werden Zeit und Kosten gespart, denn der/die Mitarbeiter:in ist bereits bekannt und die Talente hinsichtlich der neuen Stelle sind deutlich besser einzuschätzen. Auch erhöht sich die Motivation des Mitarbeiters /der Mitarbeiterin, wenn eine neue Herausforderung gestellt wird. Die Fluktuation innerhalb des Unternehmens wird zu dem gesenkt, denn Weiterentwicklungsmöglichkeiten steigern die Motivation und senken das aktive Umschauen nach einer neuen Stelle.

Fazit

Recruiting ist die Kunst, Mitarbeiter:innen zu finden, die optimal zur DNA eines Unternehmens passen.

Unternehmen haben heutzutage deutlich mehr Möglichkeiten, eine offene Stelle zu besetzen. Die genannten Recruiting Maßnahmen sind nur die bekanntesten derzeit, es existieren unzählige, weitere Maßnahmen, um Erfolge auf dem Arbeitsmarkt zu erzielen.

Der Trend bewegt sich immer weiter in Richtung der Digitalisierung. Nicht zuletzt hat die Pandemie einen großen Beitrag hierzu geleistet. Bewerbungen werden digital verschickt, Bewerber:innen nutzen immer häufiger Mobilgeräte für die Jobsuche und selbst Vorstellungsgespräche werden mittlerweile aus dem Home Office geführt.

Wenn die oben genannten Recruiting Maßnahmen beherzigt werden und Sie diese für Ihr Unternehmen anwenden, werden Sie garantiert große Erfolge bei der Personalgewinnung haben!

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Janik Deimann

Janik Deimann ist Geschäftsführer der Social Recruiting Agentur Leantree aus Hamburg. Die Leantree GmbH hilft Unternehmen aus verschiedenen Branchen dabei qualifizierte Mitarbeiter mittels Social Recruiting zu gewinnen. Mit einer eigenen KI-gestützten Recruiting Methode deckt das Unternehmen über 65% der Gesamtbevölkerung in DACH ab.